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      • Presse – Wenzel „Das Allerschönste noch nicht gesehn“

Bücher

Reisebilder

7. April 1989
Satiren, Berichte und Essays – Reisebilder

Zu Beginn des Jahres 1989 schreibt Wenzel in Heinrich-Heinischer Tradition Satiren, Berichte und Essays über die Städte seiner Umgebung, immer auf der Reise nach Poetanien. Es ist eine Reise durch ein Land, welches sich bald verabschieden wird.

„Es wäre wirklich zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre und mir meine schöne Heinische Prosa-Imitation kaputtginge. Deshalb dieser Brief, in dem ich Dir schreibe, daß es mir leid tut, das Essen schmeckt, der Herbst vor dem Fenster beginnt zu wüten, meine Katzen sind wohlauf; ich erwarte einiges von Deiner Phantasie, lieber Leser, bezüglich Deines Poetanienbildes, weil ich nicht alles genau beschreiben kann, weil ich undiszipliniert bin, weil ich mir gar nicht vornehme, diese unbekannte Land genau so zu schildern, daß der Leser diese Zettel für das Land Poetanien selbst hält. Im Gegenteil, ich warne vor Verwechslungen. Ich bin ein ebenso spontaner Mensch wie Du.
Lieber Leser, ich darf Dich doch Duzen?! Wir kennen uns schon eine ganze Weile, und du hast alles durchgehalten… Du siehst es ja selbst an diesem Reisebericht, der lange nicht so interessant wurde wie der eines abgekochten Profiberichterstatters, der nach einer Gliederung arbeitet. Ich bin kein Virtuose auf meiner Schreibmaschine. Ich klapse mir selbst auf den Mund, wenn ich vorlaut oder altklug (obwohl ich schon alt bin und etwas klug). Mich langweilt alles technisch Perfekte. Nicht, daß ich etwas gegen Können hätte. Ich mag kein dilettantisches  Zeug, Scharlatanerie oder Modekram. Doch beinah schlimmer mißfällt mir das Abgetötete, Sterilisierte in der übermäßigen Sauberkeit der Laboratorien. Ich kann nichts anfangen mit jenen Kunstprodukten, denen man anmerkt, daß sie von einem Handwerker aber keinem Menschen gemacht wurden.“
Wenzel (aus dem Buch „Reisebilder“)

 

Das Buch Reisebilder ist leider vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich.
Weitere Bücher von Wenzel finden Sie in unserem online Laden unter shop.matrosenblau.de!

Antrag auf Verlängerung des Monats August

1. Januar 1986

„Antrag auf Verlängerung des Monats August“ ist der zweite Gedichtband von Wenzel.
Der Lyrikband erschien 1987 im Mitteldeutschen Verlag.
IN EINER AUGUSTNACHT
HATTE ICH, DER WÜNSCHE SONST SO VIEL
AN KEINEN GEDACHT
ALS DIE STERNSCHNUPPE FIEL
IN EINER AUGUSTNACHT
AN KEINEN GEDACHT
ALS DIE STERNSCHNUPPE FIEL.

 

Leider ist der Lyrikband vergriffen.
Weitere Bücher von Wenzel finden Sie in unserem online Laden unter shop.matrosenblau.de!

Lied vom wilden Mohn

7. Juni 1982

„Lied vom wilden Mohn“ ist der erste Gedichtband von Wenzel!

 

Das Vorwort von Steffen Mensching:
„Schreib Lieder, sagen die Gedichtemacher, schreib Gedichte, sagen die Liedermacher. Schreib Prosa, fordern die Essayisten. Hör auf zu schreiben, sagen ganz andere. So ein Durcheinander (unseriös!), eine Mixtur der Genres, fließende Grenzen. Hat der Mann keinen Standpunkt, fragen die Vertreter poetischer Statik.
Kennen Sie Chiron? Den fabelhaften Centauren, halb Pferd, halb Mensch. Zerrissene Doppelexistenz, an der wir uns mitleidend erbauen – weil wir doch, ach, so einig in uns selbst ruhen.
Daß wir uns bloß nicht irren, sagt W., scharrt mit den Hufen und kippt seine Textmappe über unsere Häupter aus. Metallig glänzende Texte, stinkend nach Gebrauchswert, ungefeilt, wie herausgefetzt aus dem Bleistrom der Zeiten, armer Chiron, daß du die Extreme in dich hineinholen willst. Du weißt, wohin das führen kann. Daß du es nach wie vor nicht bequem haben willst.
Du aber sagst: Ich allein bin mir zu wenig. Trauriger Pegasus, der du Chiron heißt, darum schnaubst du so (unseriös!) und hechelst, nach vorn, nach vorn! Der ist ja verrückt, sagen einige deiner Freunde. Mag sein, aber die Kinder und die Narren, was plapperten die, wie hieß das doch gleich?“

DAS LIED VOM WILDEN MOHN
Der wilde Mohn wächst nicht im Garten,
Stirbt, wenn man sich ihn fangen will.
Sein Duft nach Sturm, nach hagelharten
Eistränen und nach langen Schatten
Macht sehnsüchtig, hält nicht still.

Das ist das Lied vom wilden Mohn.
Wer kennt das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie.
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt auch meist sehr früh.

Da, Lieb, die fetten Blütenblätter
Steck sie ins Haar, steck sie ins Haar!
Die Wolken bringen ander Wetter,
Der Sommer geht, die Lieb wird fetter,
Stirbt uns vorm Januar.

Das ist das Lied vom wilden Mohn.
Wer kennt das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie.
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt auch meist sehr früh.

Genossen, diese heißen Jahre
Brennen in Spanien, Italien noch mehr!
Kämpfend zerraufen wir unsre Haare.
Ach diese Röte macht träumend! Die Jahre
Laufen dem wildesten Mohn hinterher.

Ist das das Lied vom wilden Mohn?
Kennst du das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie!
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt er denn wirklich so früh?

Der Lyrikband wurde 1982 im Mitteldeutschen Verlag veröffentlicht.

Leider ist das Buch vergriffen.
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